Wo bezahlen wir für Werbung?

Jul 05 2010 Published by under meine realität

Nach dem immer mal wieder über die angebliche Kostenlos-Kultur geschimpft wird, habe ich mir gedacht, es wäre an der Zeit, Kostenfaktoren für Werbung, die wir bezahlen, zu identifizieren. Da mir auf Anhieb sicher nicht alles eingefallen ist, bin ich für sachdienliche Hinweise dankbar. Der Artikel wird dann entsprechend erweitert. Dabei mag der ein oder andere Punkt humoristisch oder pedantisch wirken, er soll aber der Vollständigkeit halber festgehalten werden. Ebenso halte ich es für angebracht, Kostenvermeidungsstrategien gleich mit zu dokumentieren.

Kostenfaktoren:

teurere Produkte: klar, wenn ein Produkt beworben wird, dann lohnt es sich für den Hersteller nur, wenn er die Kosten für die Werbung auf das Produkt draufschlägt und wir somit die Werbung finanzieren.

Internetzugang: das schlägt vor allem bei Verträgen, die sich nach dem Datenvolumen orientieren, zu Buche. Dort kann man sogar direkt beziffern, wie teuer die hübsche Flashanimation ist, die einen Produktkauf anreizen soll. Zwar könnte man argumentieren, dass bei Flatrate die Kosten für die Werbung irrelevant sind, da sie schon im Preis inkludiert sind. Doch wir wissen ja, wie lieb den Providern Kunden mit einem sehr hohen Datenaufkommen sind oder dass, die Flatrate eigentlich gar keine ist.

Geräteanschaffung: Um überhaupt die Werbung für Radio, Fernsehen oder Internet empfangen zu können, müssen wir erst einmal ein geeignetes Gerät anschaffen. Die tatsächlichen Kosten, die für Radio- oder Fernsehwerbung angesetzt werden muss, errechnen sich aus dem Anteil der empfangenen Werbung über die Lebenszeit des Geräts. Für private Fernsehender gibt es in Deutschland einen Höchstwert von 20% des Programms, dadurch ergibt sich ein Grenzwert von 20 % der Anschaffungskosten, die durch Werbung verursacht werden.

Energieverbrauch: wenn die aufwändig Flashwerbung die CPU zum glühen bringt, sparen wir zwar etwas Heizkosten, doch der Wirkungsgrad der Recheneinheit ist alles andere als angenehm für den Geldbeutel. Bei Radio und Fernsehen ergeben sich die Kosten wiederum in Abhängigkeit von der Dauer, der Werbeausstrahlung.

[update 07.07.2010] @343Max hat noch darauf hingewiesen, dass der durch Werbung verursachte Stromverbrauch, natürlich die Laufzeit von mobilen Endgeräten vermindert. Der Akku „muss teurer, größer und schwerer sein, wenn man den höheren Energieverbrauch kompensieren will“.

Abnutzung: einige Speichermedien wie etwa USB-Sticks oder SSD Festplatten haben eine Abnutzung, das heißt, sobald Werbung dort gespeichert wird, tragen wir zusätzliche Kosten. Etwa, weil das E-Paper Werbung enthält.

[update 07.07.2010] Der Hinweis mit dem Akku, von @343Max, schlägt auch bei der Abnutzung zu Buche.

Entsorgung: Unaufgeforderte Wurfsendungen müssen wir entsorgen und dafür zahlen wir an Entsorgungsunternehmen. Bei der Geräteentsorgung sollte, der bisher anteilige Kostenfaktor zu Grunde gelegt werden.

Transportkosten: minimal, aber vorhanden! Wenn etwa eine Zeitschrift mit Werbung transportiert wird, wird die Werbung mit transportiert. Und mache Zeitschriften haben einen höheren zweistelligen Prozentsatz an Werbung plus aufwändige Beilagen, die häufiger auf dickerem Papier gedruckt sind. Wenn diese Zeitschriften etwa mit dem Auto transportiert werden, steigt durch den zwangsläufigen Transport der Werbung der Verbrauch des Fahrzeugs.

Daten: zum passgenaueren Ausliefern und Zuschnitt der Werbung sammeln die Unternehmen Daten, etwa durch Usertracking, Umfragen oder Auswertung von Bonussystemen. Die durch die Datenhaltung entstehenden Kosten werden wiederum auf die Produkte umgelegt.
Lebenszeit und Aufmerksamkeit: einfach nur offensichtlich.

Strategien zur Kostenreduzierung:

  • Adblocker – funktionieren leider nicht offline
  • Videorekorder, die Werbung entfernen können
  • Schilder am Briefkasten mit der Aufschrift „Bitte keine Werbung“
  • Robinsonliste
  • keine Teilnahme an Gewinnspielen oder Bonussystemen
  • Druckerzeugnisse nicht transportieren
  • stark umworbene Produkte meiden
  • Fernseh-, Radioprogramme und Webangebote ([update 07.07.2010] Dank an @ava_magazin) mit möglichst wenig Werbung wählen

by frollein2007

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