Urheberrecht und das Einbinden von User Generated Content

Mrz 12 2008 Published by under medienkritik, meine realität, Rechteverwerter

Der folgende Artikel befasst sich nicht direkt mit der rechtlichen Situation, sondern geht auf die technische Seite der Thematik ein. Grund hierfür ist die Reaktion auf einen meiner Artikel mit dem Schill Video, das auch auf anderen Seiten zu sehen ist.

Es ist ja sehr leicht geworden Videos auf seiner Webseite oder in seinem Weblog einzubinden, doch was passiert dabei aus technischer Sicht?

Die Anbieter von Videoplattformen bieten häufig zu einen Video ein Stück HTML, das in etwa so aus sehen  kann:

<object width=“425″ height=“355″><param name=“movie“ value=“http://www.youtube.com/v/_A1KB3GI8OM&rel=1&border=0″></param><param name=“wmode“ value=“transparent“></param><embed src=“http://www.youtube.com/v/_A1KB3GI8OM&rel=1&border=0″ type=“application/x-shockwave-flash“ wmode=“transparent“width=“425″ height=“355″></embed></object>

Ok jetzt haben ich das Video auf meiner Seite! Wirklich?Nein! Das Video ist weiterhin nur auf der Plattform von dem entsprechenden Videoportal.

Warum kann man es dann sehen, wenn man meine Seite aufruft?

Das Betrachten einer Webseite im Internet ist prinipiell etwas subjektives. Der Webserver, schickt eine Textdatei an denjenigen zurück, der diesem nach einer Url meiner Webseite gefragt hat. Das muss nicht zwangsläufig ein Browser sein. Die Suchmaschinenbetreiber nutzen eine Vielzahl sogenannter Spider, die den ganzen Tag auf Webservern bereitgestellte Inhalte an die Betreiber zu Indizierung und Archivierung übermitteln. Nicht nur der Spider, sondern auch ein Browser bekommt erstmal eine Textdatei, die von ihm im Anschluß interpretiert wird. Beim Interpretierten einer Webseite mit einem Codestück wie oben stellt der Browser fest, dass es Inhalte gibt, die nicht auf meiner Webseite liegen sondern auf dem Portal des Videodienstes und stellt daher Anfragen nach dem Video dort. Für den Betrachter ist dies nicht auf den ersten Blick erkennbar.

Ebenso verhalten sich nicht alle Browser gleich und die Umgebung, in der ich mich befinde, ist ebenfalls entscheident für die Darstellung. Da gibt es einfache Textbrowser wie lynx und links, die lediglich Textinhalte dem Nutzer darstellen. Da Blinde auch keine Bilder sehen können gibt es Braille-Displays mit denen es ihnen möglich ist zumindest die Text zu lesen. Desweiteren gibt es für die meisten Browser Erweiterungen, die die Darstellung einer Seite mit beinflussen können.

Um nur ein Beispiel zu nennen möchte ich kurz die Funktionsweise von Adblock, einer Erweiterung zur Entfernung von Werbeinhalten eingehen. Wenn vom Webserver nachgefragte Webseite im Browser interpretiert wird, vergleicht die Erweiterung, noch vor der Darstellung der Seite, den übermittelten Text auf bestimmte Zeichenfolgen, die auf Werbung hindeuten, und entfernt diese aus dem Dokument. Zu sehen bekommt der Nutzer die Seite ohne Werbung. Als Analogie kann man eine Tageszeitung vorstellen, aus der jemand alle Werbung mit einer Schere entfernt, mit dem Unterschied, dass bei der angezeigten Webseite die Löcher nicht so auffallen.

Viele Unternehmen setzen mittlerweile Software zum Filtern von Inhalten ein, damit sich die Mitarbeiter nicht so leicht in die dunklen Ecken des Internet begeben können und durch die besagten Videoplattformen nicht so von ihrer Arbeit abgelenkt werden.  Wie schon erwähnt wird eine Textdatei beim Aufrufen einer Webseite durch den Browser interpretiert und gegebenfalls Inhalte von anderen Quellen nachgeladen. Die Filtersysteme blocken aber dann Inhalte von einer Liste von Webseiten, die auf einer schwarzen Liste stehen, bestimmte Texte enthalten oder von Diensten Dritter eine bestimmte Kategorie fallen. „Video“ könnte eine solche Kategorie sein! Für das Betrachten meiner Webseite mit dem obigen Codefragment bedeutete das an dieser Stelle einen weißen Fleck, da die Filtersoftware das nachladen des Videos vom Videoportal verhindert.

Viel kommerzielle Webseiten binden heutzutage Werbung von sogenannten Ad-Servern ein. Dabei wird passend zu den Texten der Seite Werbung geschaltet. Das ganze passiert automatisch, aber nicht immer mit einem vorzeigbaren Ergebnis. So kann der Betreiber der Webseite durch die Verwendung des ein oder anderen „falschen“ Wortes ganz unpassende hinzugeschaltet bekommen. Desweiteren kann durch den Einsatz von Cookies durch den Werbedienst in Abhängigkeit der Cookies des Betrachters andere Werbeinhalte präsentiert werden. Es hängt also nicht ausschließlich von den Texten des Betreibers ab, sondern auch von den Cookies/dem Surfverhalten des Betrachters.

Fazit:

Da obige Codefragment sagt dem Browser nur:

„Hey, dadrüben ist noch nen Video und hier noch etwas Werbung, das kannst du auch noch mit anzeigen“  – der Code 😉

Wie der Browser dann auf die Aufforderung reagiert steht dann auf einem anderen Blatt.

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