Leistungsschutzrecht – Interview mit Christoph Keese – Teil 1

…leider noch nicht!

Teil 2 enthält einen Mailverkehr, den Christoph Keese bat zu veröffentlichen.

Am 20.01.2010 war ich zu der Podiumsdiskussion Gottes Werk und Googles Beitrag in der Heinrich Böll Stiftung, bei der Christoph Keese (Head of Public Affairs, Axel Springer AG, Berlin) sich für ein Leistungsschutzrecht für Presseverleger aussprach. Da ich mich bereits seit Ende 2009 mit dem Thema auseinandersetzte, hatte ich die Hoffnung, ich würde auf der Veranstaltung erfahren, wie man sich die Umsetzung eines solchen Rechts von Verlagsseite aus vorstellt.

Zuvor war es den Verlegern scheinbar gelungen, die neue Bundesregierung davon zu überzeugen, die Umsetzung dieses politischen Vorhabens mit in den Koalitionsvertrag aufzunehmen. So sollte man annehmen, wenn man seitens der regierenden Parteien und der Verlage sich über das „Ob“ einig wäre, dass man dann über das „Wie“ diskutieren könne. Doch leider blieb Christoph Keese, wie auch bei anderen Veranstaltungen, eher wage. Diese Taktik bietet zwar den Vorteil, den Kritikern bei der Frage nach dem „Wie“ leichter ausweichen zu können, doch erweisen sich die Befürworter damit keinen Gefallen, da sie die Frage nach dem „Ob“ wieder in den Fokus rückt.

Am nächsten Tag veröffentlichte Kai Biermann einen kritischen Beitrag zum Leitungsschutzrecht auf der Webseite von Zeit Online, den Christoph Keese ausführlich kommentierte und dabei Gesprächsbereitschaft signalisierte. Kai Biermann und Ich bedankten uns für dieses Angebot.

Mir war von Beginn an klar, dass einen Terminfindung sich schwierig gestalten würde, da Christoph Keese als Head of Public Affairs viele Termin wahrzunehmen hat und ich selbst beruflich bedingt nur freitags für Termine offen war. Kai Biermann schien diesbezüglich deutlich flexibler. Dennoch fanden wir für den 25.06.2010 einen Termin, den Christoph Keese kurzfristig absagte. Schließlich fand am 23.07.2010 tatsächlich ein Interview in den Räumlichkeiten der Axel Springer AG statt.

Als ich in der Lobby auf Kai Biermann wartete und er kurz vor Beginn des Termins immer noch nicht da war, versucht ich ihn in seinem Büro zu erreichen. Leider teilte mir seine Kollegin nur seine Abwesenheit mit. Weil ich davon ausgegangen war, Kai Biermann würde, wie er es angekündigt hatte, ein Tonbandgerät zum Aufzeichnen des Gesprächs mitbringen, hatte ich nur die Fragen auf meinem Smartphone. Hektisch begann ich noch eine App zu suchen, die Tonaufnahmen ermöglichen sollte. Doch war die, die ich auf die Schnelle fand, nicht in der Lage aufzuzeichnen, während ich ein PDF mit Fragen geöffnet hatte.

Nachdem ich zu Christoph Keese geführt worden war, begannen wir über den Umgang mit der nicht vorhergesehen Situation zu diskutieren. Christoph Keese rief kurzer Hand Kai Biermann an, da er, im Gegensatz zu mir, seine Handynummer hatte. Während des Telefonats schlug Christoph Keese vor, das Gespräch zwischen ihm und mir mit einem hauseigenen Tonbandgerät aufzunehmen und bei sich im Hause transkribieren zu lassen. Im Anschluss sollte jeder seinen Sprechteil redigieren und dies Kai Biermann für einen Beitrag bei Zeit Online zur Verfügung stellen. Alle waren mit dem Lösungsvorschlag einverstanden. Ursprünglich war der Termin für eine Stunde festgesetzt worden und ich freute mich, dass Christoph Keese sich dennoch 1½ Stunden für mich Zeit genommen hatte.

Seit diesem Zeitpunkt warten Kai Biermann und ich auf das redigierte Transskript, das man auch nicht, wie das Büro von Christoph Keese mitteilte, in unredigierter Form zur Verfügung stellen möchte, damit ich etwa schon mal meinen Sprechteil redigieren könne. Nun erkundigte ich mich seither etwa alle ein bis zwei Wochen nach dem Stand der Dinge, um mich vertrösten zu lassen, bis mir gestern der Kragen platzte.

by boellstiftung

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