Leistungsschutzrecht – Interview mit Christoph Keese – Teil 2

Warum es am 08.10.2010 zu diesem Mailverkehr kam steht in Teil 1.

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„Sehr geehrter Herr Keese,

da ich seit Monaten auf das von ihnen redigierte Transskript zu unserem Interview im Zusammenhang mit dem Leistungsschutzrecht für Presseverleger warte und regelmäßig seitens ihres Büros vertröstet werde, fühle ich mich von ihnen hingehalten. Derzeit ist für mich nicht erkennbar, dass Sie zu ihrem Kai Biermann und mir gegenüber geäußerten Wort stehen.

Ihr Verhalten schreit formlich danach ihnen künftig noch genauer auf die Finger zu sehen und gegebenen falls auf diese zu klopfen.

Bis schon sehr bald


Daniel Schultz“

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„Sehr geehrter Herr Schultz,

nun reagieren Sie doch nicht immer gleich so aufgebracht, persönlich getroffen und eine Verschwörung witternd! Niemand hält Sie hin, und unsere Kommunikation wäre ein Stück angenehmer, wenn Sie mir nicht immer vorwerfen würden, dass wir Sie hinters Licht führen wollen. Und wenn Sie vielleicht bedenken und erwähnen könnten, dass Ihnen mein Büro die Lage mehrfach ganz freundlich und offen erklärt hat. Ich habe viel zu tun und bin einfach noch nicht dazu gekommen, den Text zu bearbeiten. Wenn Sie es übernommen hätten, das Band abzutippen, wären wir vielleicht schon weiter. Aber Sie haben es nicht übernommen, sondern haben es gern dem viel kritisierten Großverlag überlassen, die mühsame Detailarbeit zu erledigen. Wir haben den Text unsererseits längst erfassen lassen, aber das Redigieren braucht eben ein paar Stunden Zeit, die ich bisher noch nicht hatte. Deswegen: Etwas mehr Gelassenheit und gegenseitiges Verständnis bitte. Kai hat unseren Termin verschwitzt – kein Problem, kann jedem passieren. Hat er ihn absichtlich verschwitzt? Natürlich nicht! Ich bin etwas im Rückstand mit dem Redigieren – vorsätzlich, um Sie hinzuhalten? Natürlich nicht!

Wenn ich fertig bin, schicke ich Ihnen den Text. Glauben Sie mir, ich denke daran!

Beste Grüße
Christoph Keese

PS: Da Sie ja immer wieder gern Ihren Schrift- und Telefonverkehr mit anderen Leuten veröffentlichen, ohne vorher um Erlaubnis zu fragen, wie wäre es denn, Sie würden diese Mail mal ins Netz stellen? Meinen Segen haben Sie. “

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„Sehr geehrter Herr Keese,

da ich Sie für einen äußerst intelligenten Menschen halte und taktisches Denken und Handeln als Bestandteil ihrer beruflichen Aufgaben wohl unumgänglich sind, erübrigt sich die Konstruktion von Verschwörungstheorien. Wenn mir nicht bewusst wäre, dass Sie ihrer Position sehr viel Zeit in Anspruch nimmt, dann hätte ich wohl schon früher in der Form reagiert, in der ich nun reagiert habe.

Im Übrigen war es ihr Angebot, den Text in ihrem Hause transkribieren zu lassen und ein Vertrauensbeweis meinerseits nicht umgehend auf eine Kopie des Tonband zu insistieren. Dies raubt mir gar die Möglichkeit im Nachhinein das gesprochene Wort mit dem redigiert Text zu vergleichen. Fraglich, ob Kai Biermann seinerseits die Aufgabe des Transkribierens abgelehnt hätte – ich hätte es keines Falls getan.

P.S.: Unter meinen Anfragen findet sich der Hinweis, einer Veröffentlichung der Antwort zu widersprechen. Und mir wurde auch schon widersprochen eine Antwort zu veröffentliche, was ich durchaus zu respektieren weis. Da ich keinen Telefonverkehr mitschneide, kann ich diesen nicht veröffentlichen. Wenn ich mit Personen, die in der Öffentlichkeit stehen ein nichtprivates Telefonat führe und Inhalte daraus wiedergebe, so ist dies eine Abwägung. Mit ihrer journalistischen Erfahrung Sie wissen, dass diese Abwägung nicht einfach und im Sinne der Öffentlichkeit zu treffen ist. Dass bei Personen, die im Auftrag Dritter, die wiederum in der Öffentlichkeit stehen, in besonderer Form auf ihr Persönlichkeitsrecht zu achten ist, versteht sich von selbst. Oder sehen Sie eine konkrete Verfehlung, die zu monieren wäre.

P.P.S.: So Kai Biermann einer Veröffentlichung Ihrer Mail nicht widersprechen möchte, kann ich ihrem Wunsch gerne nachkommen.

Mit freundlichen Grüßen


Daniel Schultz“

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„Kein Widerspruch, bin immer für Transparenz :)

Beste Grüße“ Kai Biermann

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by hellolapomme

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