Atomhysterie – das Internet potenziert auch Halbwissen

Mrz 15 2011 Published by under medienkritik, meine realität

Gerüchte sind wahrlich kein neues Phänomen. Mit dem Aufkommen von Zeitungen prägte sich irgendwann der Begriff Ente für eine offensichtliche Falschmeldung. Im Netz bezeichnet man so etwas in Neudeutsch als Hoax. Gerüchte können mutwillig platziert werden oder aus Unwissenheit heraus entstehen. Gerade wenn man sich in einem Gebiet nicht sonderlich auskennt, niemanden kennt, der es besser wissen könnte, gibt man eventuell diese Falschnachricht weiter.

Manche dieser Falschinformation bleiben so hartnäckig im kollektiven Gedächtnis, dass sie zu Urban Legends werden. Diesen haben die MythBusters des Discovery Channels den Kampf angesagt.

Natürlich können sich die MythBusters nicht um alles kümmern und manche der Mythen sind nur von lokaler Bedeutung. So gab es kürzlich eine Petition bezüglich eines Verbots von Heilmitteln in der EU.

„“Ich bin keine Juristin.” Warum sie dann die Eingabe überhaupt geschrieben hat? “Ich habe über das Problem auf Internetseiten gelesen, die die Wahrheit schreiben”, sagte die die Baden-Württembergerin der taz. “Dann habe ich mich aufgeregt und ganz spontan die Petition aufgesetzt.”“, so die Petentin

Schlussendlich sind 110.000 Menschen dem Aufruf gefolgt und haben die Petition online gezeichnet. Doch da es die Richtlinie, gegen die sich die Petition richtete, nicht existierte, war die ganze Mobilisierungskampagne für die LoLcats.

Aktuell scheint sich im Zusammenhang mit dem Interkonnektor NorGer eine ähnliche Entwicklung abzuzeichnen. Hier fordert der Petent folgendes:

„Der Deutsche Bundestag möge beschließen, das von Norwegen angebotene „Seekabel“ als Bestandteil alternativer Stromversorgung in die Kraftwerksnetzanschlussverordnung (KraftNAV) aufzunehmen und den Begriffen „Netz“ und „Kraftwerk“ gleichzustellen. Dieser Strom wird durch Wasserkraft erzeugt und ist zuverlässig abrufbar. Überschüssiger dt. Strom wird in Norwegen gespeichert und bei Bedarf nach Deutschland zurückgeholt, was den stufenweisen Ausstieg aus der Stromgewinnung mit Kernspaltung bedeutet.“ Wortlaut der Petition

Da ich mich selbst aufgrund eines Beitrags des SWR für dieses Thema interessiert, richtete ich kurzerhand eine Anfrage an das Wirtschaftsministerium. Die Antwort erfolgte prompt und erweckte den Anschein, dass man mit der Berichterstattung des SWR nicht gerade glücklich war und dass eine endgültige Entscheidung noch nicht getroffen war.

„Inwiefern für Planung und Betrieb von Interkonnektoren rechtliche Hindernisse bestehen kann erst umfassend gewürdigt werden, wenn eine Entscheidung der Bundesnetzagentur vorliegt.“ Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie

Wenn man nach der Entscheidung der Bundesnetzagentur gesucht hätte, wäre man auf eine Pressemittelung gestoßen, in der die Genehmigung des Betriebs von NorGer erteilt wurde.

„Eine Verbindungsleitung zwischen Deutschland und Norwegen ermöglicht den Ausgleich der schwankenden deutschen Windstromerzeugung durch die Markt-Kopplung mit dem durch Wasserkraft geprägten norwegischen Strommarkt. Damit leistet die NorGer-Verbindungsleitung auch einen wichtigen Beitrag zur Umsetzung des Energiekonzepts der Bundesregierung“, erklärte Matthias Kurth.

Natürlich war nach dem SWR-Bericht die Aufregung gerade auch im Netz groß, nachdem sich auch die Bundesregierung die Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke scheinbar diktieren hat lassen. Es passte alles so gut ins Bild: die Lobbyisten der Energieversorger hatten offenbar die eigenen Pfründe nicht nur sichern, sonder auch den Markteintritt und damit mehr Wettbewerb im Strommarkt abwenden können.

Und jetzt gibt es eine Petition die praktisch das fordert, was offenbar schon beschlossene Sache ist. Interessanterweise fällt der Zulauf zu dieser Petition mit der gegenwertigen Atomhysterie zusammen.

[Update 16.03.2011] Darf NorGer Diskriminiert werden?

by hcmeier

30 responses so far

  • TheK sagt:

    Ich sehe hier eher das Problem, dass der SWR-Bericht nicht hinterfragt wurde und seitens des SWR offenbar auch nicht über die inzwischen geänderte Faktenlage berichtet wurde.

  • admin sagt:

    @Thek der Bericht des SWR wurde halt vor der Entscheidung durch die Bundesnetzagentur erstellt. Man kann den Machner vielleicht einen tendenziöse Machart vorwerfen, aber nun gut.

  • Sleeksorrow sagt:

    Hallo,

    meine Auffassung der Sachlage deckt sich mit diesem Bericht, geht aber darüber hinaus. Ich meine es so verstanden zu haben, daß die o.g. Aussage zwar stimmt und NorGer die Genehmigung hat, aber aufgrund der fehlenden Gesetzesänderung für den Anbieter und Investor nicht garantiert werden kann, daß der Strom auch abgenommen wird.

    Ich finde den Bericht gerade nicht, aber meinem Gedächtnis nach handelt es sich um Investitionen von ca 1,5 Milliarden Euro (in jedem Fall aber viel Geld), die der Betreiber natürlich nicht aufbringen kann, wenn der Return of Investment nicht gesichert ist. Wenn der Betreiber also die Investition ohne die Änderung der Gesetzeslage durchführen würde, könnte das passieren, was heute schon den Windanlagen passiert: Ist zuviel Atomstrom im Netz verfügbar, deren Abnahme ja garantiert ist, werden sie einfach vom Stromnetz getrennt. NorGer würde dann in dieser Zeit nichts verdienen, die Finanzierung der Investitionskosten platzen, der Betreiber bankrott gehen.

    Atomstrom verhindert daher generative Energie.

  • Sleeksorrow sagt:

    Oh sorry, Du verweist sogar auf den bericht, den ich nicht mehr fand…

  • admin sagt:

    @Sleeksorrow es ging explizit um das Investionsrisiko von NorGer. Hier nochmal ein Auszug aus der Pressemitteilung der Bundesnetzagentur:

    „Voraussetzungen für eine Ausnahmegenehmigung sind u. a., dass sich die Investition positiv auf den Wettbewerb im Strommarkt auswirkt und das Risiko für dieses Projekt so hoch ist, dass die Leitung ohne Ausnahmegenehmigung nicht errichtet würde.“

  • wozi sagt:

    @admin:

    Bitte verfasse doch ein kurzes Update im Artikel um für alle Klarheit zu schaffen und nicht weiter zu verwirren. Dein Blogbeitrag wird gerade hunderfach retweetet.

  • admin sagt:

    @wozi worin besteht hier Unklarheit?

  • wozi sagt:

    ich lese die petition auch so, dass mit der petition explizit gefordert wird, seekabelbetreiber mit kraftwerksbetreibern gleichzustellen anstatt nur die „Investition positiv auf den Wettbewerb im Strommarkt auswirkt“

  • David sagt:

    Danke für diesen Beitrag, ist immer nötig, gern verbreitetem Halbwissen nachzuforschen.

    Wenn ich die Pressemitteilung von Norger dazu richtig lese, bezieht sich die Ausnahmegenehmigung der Bundesnetzagentur allerdings nicht auf die KraftNAV. Zitat:

    ”Wieder hat NorGer eine wichtige Hürde genommen. Nächster Schritt ist nun eine gesicherte Einspeisung für NorGer”, so Jens Harenberg. Dabei plädiert NorGer für die Schaffung eines Rechtsrahmens, etwa durch Anpassung der Kraftwerksnetzanschlussverordnung (KraftNAV von 2007).”

    http://www.norger.biz/norger/deutsch/aktuelles/article52357.ece

    Oder habe ich das falsch verstanden? Holmes, übernehmen Sie!

  • admin sagt:

    Ich lese aus der Petition eine Vereinnahmung Norwegens heraus: „Durch das Seekabel könnte von deutschen Windkrafträdern überschüssig erzeugter Strom in norwegischen Pumpspeicherkraftwerken gespeichert und bei Bedarf nach Deutschland zurückgeholt werden.“

    Speichert ihr nur mal schön unsere Energie, wenn wir sie brauchen, dann holen wir sie uns einfach wieder.

  • admin sagt:

    @David das ist ein valider Punkt!

    Die Bundesnetzagentur behauptet hier:

    „Unsere Entscheidung setzt ein positives Signal für die Integration erneuerbarer Energien und leistet einen wichtigen Beitrag für die europäische Marktintegration“

    Würde NorGer benachteiligt, sollte man die Bundesnetzagentur fragen, worin sie ihren Beitrag zur europäischen Marktintegration sehen, wenn NorGer faktisch exkludiert wird.

    Das ist derzeit nicht zu beurteilen, da Erfahrungswerte fehlen, sollten wir erst mal abwarten.

  • Gebinsel sagt:

    Der Bericht vom SWR ist vom 20.09.2010
    Die Entscheidung der Bundesnetzagentur ist vom 25.11.2010

    Bin zwar auch nicht vom Fach, aber unterscheidet sich ein Beschluss des Deutschen Bundestages, nicht von einer Bewilligung der Bundesnetzagentur.
    Eben jenen Bundestagsbeschluss müsste Admin vorlegen um die Petitionsbefürworter berechtigt zu diskreditieren. Diesen Nachweis bleibt er mit seinem Artikel jedoch schuldig.

  • admin sagt:

    Nein, @Gebinsel irrt, wenn er meint ich müsse hier noch zusätzlich etwas vorlegen. Wer hintert @Gebinsel sich selbst und uns alle in Kenntnis zusetzen?

  • Golfer sagt:

    Da hatte nicht nur der SWR drüber berichtet AFAIR. Es geht darum, den Strom aus diesem Kabel wie Strom aus regenerativer Erzeugung zu behandeln, also mit entsprechender Priorität einzuspeisen. Bislang hat NorGer eben nur die Genehmigung einzuspeisen, ganz normalen Strom, obwohl der aus Wasserkraft stammt. Der Vorrang ergäbe sich aus der KraftNAV, aber die umfasst eben nur Kraftwerke, keine Einspeisepunkte. Insofern ist der Petent schonmal auf der richtigen Spur. Allerdings hätte man die Petition klarer und allgemeiner formulieren sollen nach meiner Meinung. Da Halbwissen vorzuwerfen ist, soweit ich das sehen kann, nicht fair. Falls der Petent in eine Falle gelaufen ist, wäre auch ich nach Kenntnis aller genannten Fakten hineingetappt. Ich sehe da keinen Denkfehler.

  • admin sagt:

    @Golfer wenn ich mit Atomstrom einen Wasserspeicher versorge und das Wasser beim abfließen Strom erzeugt – Stammt dann der Strom aus Wasserkraft?

  • daniel2future sagt:

    So wie ich das verstanden habe, würde die Petition die für NorGer erteilte Ausnahme quasi zur Regel machen. Das kann man natürlich machen. Die Frage ist, ob man nicht auch alles so lassen könnte und lieber im Einzelfall entscheidet, ob ein Projekt wirklich sinnvoll ist. Auf jeden Fall sehe ich in keiner Weise eine Verhinderung des Projekts, es ist ja gewünscht und durch die Ausnahmegenehmigung unterstützt!

  • Gebinsel sagt:

    @Admin
    ein ausschreitender Schlafentzug über die letzten Tage, und mangelnde Honoratioren hierfür, ihnen hier die Arbeit abzunehmen, um mich in die juristischen Hintergründe und Tragweite der aktuellen KraftNAV Bestimmungen einzuarbeiten. Soweit ich jedoch, den von ihnen aufgezeigten Quellen gefolgt bin, erscheinen sie mir nicht ausreichend einleuchtend die von ihnen dargelegten Argumentation tragen zu können. Da die Petition, wie wozischon bemerkt hat, auf eine Gleichstellung von Netz- und Kraftwerkbetreibern abzielt. Doch wie gesagt bin ich, grade minder gewillt ihnen diese Arbeit abzunehmen. Wenn ich etwas falsch verstanden haben sollte, können sie mich gerne erhellen; ansonsten bin ich jedoch nach wie vor der Auffassung, dass ihre Darlegung nur mit mangelnder kritischer Quellenüberprüfung unmittelbar gefolgt werden kann.

  • admin sagt:

    @Gebinsel wie auf Twitter bereits erwähnt, halte ich den Puntk mit der Gleichstellung für relevant. Doch wie ich auch gegenüber @David meinte, möchte ich nicht vorschnell urteilen, sollte NorGer faktisch benachteiligt werden, muss das beanstandet werden.

  • wozi sagt:

    Also ich sehe in Petitionen nicht den Sinn Gesetzestexte zu 1:1 zu verfassen, sondern vielmehr den Petitionsausschuss auf ein konkretes Bedürfnis der Bürger hinzuweisen.
    Auch wenn hier Aufgrund falscher Formulierungen teilweise wie beschrieben abgeblockt oder sogar wettbewerbswidriges geschaffen werden könnte, erreicht es bei entsprechenden Mitzeichnerzahlen ein dem Ziele zutragendes Medieninteresse.

    In diesem Zusammenhang von „Halbwissen“ und „Falschinformation“ zu sprechen ist auf jeden Fall zu spitz formuliert.

    Zitat aus Ihrem Kommentar:
    „@Golfer wenn ich mit Atomstrom einen Wasserspeicher versorge und das Wasser beim abfließen Strom erzeugt – Stammt dann der Strom aus Wasserkraft?“

    Dafür gibt es doch bereits RECS Zertifikate.. Auch ich bin lange Zeit reingefallen und habe „Strom aus 100% Wasserkraft“ von Vattenfall eingekauft aber auch hier gehören die Mitbürger endlich mal durchgehend aufgeklärt und nicht weiter verwirrt. FYI: http://www.strom-prinz.de/Oekostrom-Zertifikate/#c556

    Ich für meinen Teil kann nur hoffen, dass die Zustimmung der Mitzeichner durch solche Blogbeiträge nicht abreißt. Und viel Glück nach Japan..

  • wozi sagt:

    Um nochmals auf “Strom aus 100% Wasserkraft” zurückzukommen… So können die Energiekonzerne das ja gerne nennen, wenn sie Ihren Strom einspeisen und das über Zertifikate -rein-waschen. Aber Okö-Strom, nachhaltiger Strom, ist das nicht.

    Auch lässt sich bei Wasser – & Windkraftstrom über die ökologischen Folgen (Bedingungen für Tiere und Pflanzen) aber wir diskutieren hier in den Kommentaren bislang über politische Barrikaden.

  • Philipp sagt:

    Der Nutzen solcher Kabel ist doch vor allem erstmal ein Infrastruktureller. Speichermöglichkeiten für überschüssigen Strom zu schaffen und damit überhaupt erst die Voraussetzung für mehr volatilen Strom. Wenn das Ding dann da liegt geht natürlich der Strom drüber der gerade verfügbar ist. Zu beklagen, daß da auch Atom oder fossiler Strom bei sein kann finde ich Spitzfindig.

    Und ich muss Gebinsel tendentiell Recht geben. Natürlich kanst Du mit Deinem eigenen Halbwissen daraufverweisen, daß Du Halbwissen bei dieser Petition befürchtest. Das bietet eine schöne Rekursivität zur Überschrift. Aber richtig befriedigend ist so ein Artikel nicht.

  • turbotommi sagt:

    Es ist schon interessant was manche Leute vom Stapel lassen für 5 Minuten Ruhm auf Twitter.

    1) Petitionen sind keine Gesetzentwürfe die nur noch im Bundestag abgestimmt werden müssen. Petitionen sind neben Demonstrationen Meinungsäußerungen der Bürger. Fehlerhafte Formulierungen sind dabei genauso verschmerzbar / tolerierbar wie Rechtschreibfehler.
    2) Der Petitionstext sowie die Pointe des Videos handelt von der Planungssicherheit durch Eintrag in die Verordnung KraftNAV. Mit Planungssicherheit ist hier gemeint die garantierte Gleichstellung des Kabels mit einem Kraftwerk. Dies würde bedeuten, das man das Kabel nicht einfach abschalten kann so wie man es mit Windkraftwerken tut.
    Der Autor verwechselt anscheinend diese Planungssicherheit (das man den Strom dann auch dauerhaft loswird) mit dem Genehmigungsverfahren ein solches Kabel überhaupt verlegen zu dürfen. Dabei spielen Sicherheitsaspekte und die Bundesnetzagentur ein Rolle.

    Ich habe dies dem Autor gestern in einer erfolglosen Diskussion auf Twitter versucht zu vermitteln. Leider scheint der Autor recht kritikresistent und stolz auf sein gebashe zu sein.

    Aus diesem Grund gibts für diesen Artikel das Prädikat:

    >

    */natürlich aus ökologischer Aufzucht

  • Millus sagt:

    hab schon gestern auf der Petitionsseite darauf hingewiesen, dass es schon lange beschlossene Sache ist, aber was viel wichtiger ist: das Kabel erzeugt viel zu wenig Strom. Das reicht nur für eine Stadt wie Hannover und man muss noch eine Menge zusätzliche Dinge in Deutschland ändern und bauen, um überhaupt den Strom aus Norwegen nutzen zu können.
    Einige Infos findet man direkt auf der Wikipedia Seite zu NorGer (diese hätten sich die SWR Leute auch ansehen sollen)

  • Chrigu sagt:

    In deinem viel verlinkten Blogbeitrag und verlinkten PMs wird viel von Genehmigung gesprochen – kein Wort von der Regelung in der KraftNAV, dass der NorGer-Strom nicht mit EEG-Strom gleichgestellt wird, sondern von der Priorität unterhalb von Großkraftwerken liegt.

    Wenn du die Gleichstellung als berechtigten Kritikpunkt siehst (der Kernpunkt der Petition und des Report-Berichts), wäre es durchaus angebracht, dies in deinen Artikel anzufügen!
    Ansonsten könnte man vermuten, dass hier nicht richtig verstanden wurde und das Artikelniveau auf dem Niveau der „Zeitung mit den großen Lettern“ liegt, zu der die oben Petitionsstatistik verlinkt wurde…
    Manche ließen sich dann wg. deinen oben genannten (nicht vollständigen) Einwänden von der Petition abhalten, weil man das Thema nur überfliegt.

  • Birger sagt:

    Ich sehe es ebenso wie TheK, das Problem beim Bericht des SWR ist, dass dieser in vielen Foren und Blogs verlinkt wurde und einfach als richtig angenommen wurde. Dadurch entfachten sehr einseitige Diskussionen zum Thema und der Bericht verbreitete sich noch rasanter. Inzwischen hat der Bericht weit über 1oo Backlinks und bekommt durch Google eine Popularität im Bezug auf das NorGer Projekt zugesprochen. Sucht man nun bei Google nach „NorGer“ dann erscheint der Bericht des SWR bereits auf Platz 2 in den Suchergebnissen, direkt nach Wikipedia. Interessant ist wie der Bericht mit den Bedürfnissen der Bürger spielt. Die schier endlos verfügbare Wasserkraft Norwegens besitzt genug Potenzial um 60 Kernkraftwerke zu ersetzen. Kaum ein Bürger würde nun noch das NorGer Projekt hinterfragen, allein aufgrund der Tatsache, dass immer wieder „Möglichkeit“ zur Speicherung von überschüssigem Strom aus Windkraft ermöglicht wird und Deutschland Zugang zur „sauberen Wasserkraft“ Norwegens bekommt. Wie sieht es denn mal mit der Möglichkeit aus, dass wir zeitweise keine „Überproduktion“ an Windstrom haben und die konventionellen Kraftwerke weiterhin auf Volllast produzieren? Dann würde doch auch „überproduzierter“ Atomstrom nach Norwegen fließen. Und was wenn wir Strom aus Windkraft nach Norwegen leiten und dieser später in einen anderen Markt, z.B. nach England fließt. Wir können uns den Strom aus Norwegen ja nur wieder zurück holen, wenn wir höhere Strompreise dafür bieten, als die Mitbewerberländer. Für das NorGer Konsortium sicherlich ein sehr lohnendes Geschäft.

  • turbotommi sagt:

    @Birger,

    Du solltest die restlichen Kommentare auch lesen.

    Es fällt immer eine Überproduktion an. Und zwar nachts, wenn alle am Kopfkissen horchen aber die Windräder sich trotzdem weiterdrehen. Der Rest ist alles Sache von Verträgen.

    Dem Autor geht es nur darum für ein bisschen Ruhm auf Twitter die Petenten durch den Kakao zu ziehen. Solche Leute gabs auch bei der Websperren Petition – allen voran Mr. Copy/Paste

  • admin sagt:

    @Alle die hier gerne noch kommentiert wollen.

    Bitte erst den Artikel Darf NorGer diskriminiert werden? lesen! Besser gleich die dort referenzierte EU-Verordung Nr. 1228/2003, die den grenzüberschreitenden Stromhandel regelt, lesen. Dort könnt ihr gerne eure Meinung hinterlassen, aber bei diesem Post gilt…

    Pool’s closed!

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