Lebenslagen

Nov 08 2011 Published by under Allgemein, der presseschauer fragt nach

Es gibt Veränderungen in meinem Leben – nichts Dramatisches – dennoch möchte ich es euch nicht vorenthalten. Ich werde mich von der Tätigkeit als Kolumnist für The European zurückziehen. Das [tl;dr] ist im Wesentlichen Leere. Das meine ich jetzt nicht negativ, doch möchte ich nunmehr wieder in eine Phase des inhaltlichen Auftankens eintauchen. Ich fühle mich positiv erschöpft, da ich Einiges zur Sprache bringen konnte, was mich bewegt. Wer das über das [tl;dr] hinaus wissen möchte, kann am Sonntag den letzten Text der Kolumne lesen.

Wie manche wissen, bin ich deshalb so gerne in Berlin, weil es mir die Möglichkeiten eröffnet, mich im Politischen und Gesellschaftlichen am Puls der Zeit fühlen zu dürfen. Entsprechend bin ich regelmäßig auf Veranstaltungen, die im weitesten Sinne etwas mit dem Leben im Internet, Netzkultur und Politik gemein haben. Meine Tickets für die re:publica12 und den 28c3 habe ich mir schon gesichert. Auch Veranstaltungen der politischen Stiftungen lasse ich nicht links liegen, selbst wenn sie von der Friedrich-Naumann-Stiftung oder der Konrad-Adenauer-Stiftung sind. Im Übrigen ist es fast egal welche Partei hinter einer derartigen Veranstaltung steht. Die Leute, die man dort trifft, sind unabhängig davon, meist die gefühlt dreihundert Leute, die früher gerne als DIE Netzgemeinde bezeichnet wurden.

Verbände und Lobbyvereinigungen versuchen da auch mitzumischen und so tingelt man von Veranstaltung zu Veranstaltung – Schnittchen inklusive.

Kürzlich wurde das Alexander von Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft initialisiert und von Google mit etwa 4 Millionen Euro ausgestattet. Für Google ist Deutschland auch auf Grund der Netzskepsis ein interessantes Land und ein Engagement daher mehr offensichtlich als überraschend. Die Vorwehen dazu stellten sicher die Collabratory-Veranstaltungen dar, zu denen begleitend Arbeitsgruppen sogenannte Ohus (heißt auf Deutsch auch Arbeitsgruppe) organisiert sind.

Da ich mich selbst mit dem Thema Urheberrecht einigermaßen intensiv beschäftigt habe und nach Christoph Keese mehr oder weniger wohl zum erweiterten Freundeskreis der Google Initiative gegen ein Leistungsschutzrecht gehöre, bin ich zur Presseveranstaltung des Collabratory zum Urheberrecht eingeladen gewesen.

Einige Monate später wurde ich zu einem Treffen der Ohu „Neue Arbeit“ eingeladen, obwohl mir noch nicht ganz klar ist, aus welchen Gründen man sich entschied, mich dabei beiwohnen zu lassen. Bisher habe ich in diesem Zusammenhang zwei Veranstaltungen wahrgenommen, die sich durch interessante Diskussionen mit interessanten Menschen auszeichneten. Was mich über mein Interesse für Automatisierung für diese Arbeitsgruppe qualifiziert, wurde mir nicht gesagt.

Für die Tätigkeit dort bekomme ich keinen Cent. Man könnte nun einwenden, ich könne mich jetzt mit Meetingkeksen, Schnittchen und Getränken durchschlagen. Doch dafür braucht es nicht Google, das kann man auch bei der Konrad-Adenauer-Stiftung sowie der Rosa-Luxemburg-Stiftung haben. Und im Club der Journalisten der Axel Springer AG hatte ich, als mir ein Getränk angeboten wurde, auch nicht nein gesagt. Gleichfalls hatte dies meine kritische Haltung zum Keksgeber nicht wesentlich beeinträchtigt.

Wie die Möglichkeit für The European zu schreiben, betrachtete ich das als Chance, die ich auf Grund finanzieller Unabhängigkeit bewusst wahrnehmen konnte. Anders sehe ich das bei den sich neu ergebenden Chancen auch nicht.

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