Schule 2.0

Apr 28 2008 Published by under meine realität

Einer meiner besten Freunde steht kurz davor in Bayern Lehrer zu werden, da sind natürlich auch neue Medien unter verschiedenen Gesichtspunkten Teil des Lehrberufs. Urheberrecht und Informationelle Selbstbestimmung sind Themen, die gerade für Lehrer und Schüler an Bedeutung gewonnen haben.

So haben wir noch zu unserer Schulzeit seitenweise Auszüge aus Büchern und Zeitungen für den Unterricht von unseren Lehrern erhalten. Davor werden die Lehrer heute ausdrücklich gewarnt und auch das Vorführen von Filmen stellt sich mittlerweile als problematisch heraus, weil die Schule als öffentlicher Raum betrachtet wird.

Andererseits verlagert sich die Kommunikation über die Lehrer und die Schulen zunehmend ins Internet. Die Schüler nutzen Instant Messenger, soziale Netzwerke und beziehen Informationen aus dem Internet. Wikipedia und Hausaufgaben.de sind nur die bekanntesten Bespiele. In der Informationsgesellschaft ist es von Nöten Informationen beziehen, bewerten und benutzen zu können und das unabhängig vom Tätigkeitsfeld.

Ich glaube, dass Martin Riemer einen effektiven Weg gefunden hat, das Bewusstsein von Schülern dafür zu schärfen. Er hatte sich vor 2 Jahren dazu entschieden mit den Schülern einer Berliner Grundschule ein Blog zu starten und über seine Erfahrungen auf der re:publica08 in einem Vortrag berichtet. Das 9-monatige Projekt wurde auch von der Schulleitung gelobt, da die Kinder in der Zeit ihre Lese- und Schreibfähigkeit verbessern konnten und gleichzeitig noch die Medienkompetenz der Schüler gefördert wurde. Auch die Feedback-Kultur kann von einem solchen Projekt profitieren, so gab es in dem Blog zu ca. 100 Beiträgen etwa 500 Kommentare, was ich für sehr beachtlich halte.

Heute bin ich noch auf Golem über einen Artikel gestolpert, der ein Projekt von 28 europäischen Bildungsministerien unter anderem mit folgenden Worten skizziert:

„Die Seite will Lehrer sensibilisieren und dazu beitragen, eine sicherere Online-Umgebung für Kinder und Jugendliche herzustellen. Daher zeigt teachtoday.eu mögliche Risiken des Web 2.0 und gibt Tipps, wie Lehrer den Kindern und Jugendlichen die notwendigen Fähigkeiten, Hilfsmittel und Sicherheitsmaßnahmen vermitteln können, damit sie im Internet zurechtkommen und vor möglichem Schaden bewahrt werden.“ – golem

Da freue ich mich auch über die Initiative einiger Lehrer sich mit Eltern und Interessierten in ihren Blogs auszutauschen und gemeinsam an einer Verbesserung des Bildungssystems zu arbeiten, in das der Staat viel zuwenig investiert. Und mal ganz ehrlich: es macht doch mehr Spaß von so etwas zu lesen, als von Lehrern und Schülern, die sich gegenseitig verklagen.

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