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und wieder prasselt alles auf mich ein

Das ZDF über GTA4: „kulturell bedenklicher Müll“

Kürzlich ist Grand Theft Auto IV (GTA4), das neue Spiel der Firma Rockstar Games, erschienen und knüpft bei Erfolg und Kritik an den Vorgängern der Serie an. GTA San Andreas war vor allem im prüden Amerika durch den Hot Coffee Mod in die Schlagzeilen geraten. Seit 1997 hat sich an der grundlegenden Idee und dem Spielprinzip wenig geändert. Zwar war die Darstellung in den ersten Versionen noch in 2D und die Möglichkeiten des Spielers mit der Umwelt zu interagieren haben sich über die Jahr vervielfacht. Auch die Grafik, die Liebe zum Detail und die gesellschaftliche Kritik in der Story sind nun bestechender als in den Vorgängern.

Leider diente bisher die Freiheit im Spiel hauptsächlich, um die GTA-Reihe als Vorzeigekillerspiel medial zu präsentieren. Da wird die vielschichtige Story auf Gewaltausübung, mit dem Ziel Passanten zu überfahren und diesen mit Baseballschläger oder Kettensäge ihr virtuelles Leben auszuhauchen, reduziert, obwohl auch Parallelen zu Scarface in GTA Vice City nicht zu verleugnen sind.

Doch irgendwie scheint es als könne das ZDF in seiner aktuellen Berichterstattung den wirtschaftlichen Erfolg des neuen GTA4 nicht ignorieren, trotzdem kommt es nicht sonderlich gut dabei weg. Ist eben auch schwierig für die Öffentlich-Rechtlichen, die von ihnen geforderte objektive Berichterstattung zu gewährleisten. Wenn dann in einer Sendung wie „heute nacht“ das Spiel als „kulturell bedenklicher Müll“ bezeichnet wird, erinnert mich das nur an die Berichterstattung von Frontal21 und Panorama zum Thema Killerspiele.

Nur zum Vergleich ein Zitat aus der Süddeutschen:

„Doch der vierte Teil der Videospielserie „Grand Theft Auto“ ist eine Sensation. Nicht zuletzt, weil „Grand Theft Auto“, kurz GTA, nicht nur eine der beliebtesten Videospiel-Serien aller Zeiten ist, sondern längst als Musterbeispiel für die neue Welt des Entertainment gilt. […] Niko Bellic ist einer der amerikanischen Helden und Hyperindividualisten wie John Rambo und Dirty Harry, die ein Leben jenseits von Tempolimit und Dispokredit führen. Und gerade deshalb so geliebt werden.“ Tobias Moorstedt

Der jetzige Stand der wissenschaftlichen Forschung zur Auswirkung von Gewaltspielen auf die Menschen ist noch nicht hinreichend untersucht. Diese Untersuchungen werden nun von Befürwortern und Gegnern gleichermaßen initiiert und ausgelegt.

Da wird dann im Namen des Jugendschutzes die Gesetze immer weiter verschärft und mündigen Erwachsenen Bürgen die Wahlfreiheit ihrer Freizeitgestaltung genommen. Anstatt die Medienkompetenz der Kinder und Jugendlichen zu fördern, werden von den Politikern schlicht schärfere Gesetze gefordert.

Dabei sollte man annehmen § 5 des Grundgesetzes würde vor allem die Kunst vor Zensur schützen. Leider sind Computerspiele als Kulturgut umstritten und selbst Filme bewahrt das nicht vor Beschlagnahmung.

So bleiben Filmklassiker wie George A. Romeos Dawn of the Dead und Braindead von Peter Jackson, der durch die Verfilmung von Herrn der Ringe zu den ganz großen Regisseuren aufrückte, den deutschen Cineasten weiterhin vorenthalten.

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