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der presseschauer

und wieder prasselt alles auf mich ein

Ich wähle keine Spielekiller

Das Politiker sich zu Themen äußern von denen sie keine Ahnung haben und pauschalisieren ist nicht neu, dass aber eine Zeitschrift für Computerspiele, die PC-Games, eine Kampagne zu einer Landtagswahl initiiert dagegen schon. So wird rechtzeitig zur Landtagswahl in Bayern das polarisierende Thema „Killerspiele“ von der CSU wieder auf die Tagesordnung gesetzt, doch könnte sich das Thema zum Boommerang für eine Partei, die ein Wahlergebnis von 50 + x anstrebt, entwickeln. Edmund Stoiber musste ja vor Jahren schon einmal feststellen – so ein x kann auch negativ sein. Letztendlich wird der Wähler am 28.9.2008 darüber entscheiden, ob die CSU ihre absolute Mehrheit nach der Landtagswahl in Bayern behält.

In der Aktion spricht sich die PC-Games gegen eine Verwendung des irreführenden, diskriminierenden, kriminalisierenden Begriffs „Killerspiele“ und gegen die daraus folgende Bevormundung von erwachsenen Computerspielern aus. Ging es nach den Vorstellungen der CSU, insbesondere Innerminister Joachim Herrmann, würde ein so erfolgreiches Spiel wie GTA 4 verboten und die Herstellung derartiger Spiele unter Strafe gestellt. Dabei gibt es bisher keine Studie die Computerspiele als alleinigen Auslöser von Gewalt und Brutalität oder gesellschaftlicher Verrohung ausmachen konnte, die Ergebnisse der Wissenschaftler sind widersprüchlich. Wäre es nicht sind voller mehr Geld in Bildung und Integration zu investieren, um so den Jugendlichen dauerhafte Perspektiven und ein vernünftiges Auskommen zu sichern, aber anscheinend ist die CSU mit dieser populistischen Forderung eher an einem kurzfristigen Wahlsieg interessiert.

Wie einem Interview mit Petra Fröhlich, Chefredakteurin der PC-Games, bei jetzt.de zu entnehmen ist läuft die Aktion durchaus erfolgreich:

„Wir haben von vielen tausend Menschen Zustimmung für unsere Aktion bekommen. Und ich habe schon viele Geschichten gehört von Menschen, die das System des Infostandes umgedreht haben. Die haben sich bei ihren Politikern keine Flugblätter abgeholt, sondern unseren offenen Brief an die Wahlstände der CSU getragen.“ Petra Fröhlich PC-Games

Indirekt antwortet die Landtagsfraktion der CSU auf die Kampagne und sieht die Bayrische Staatsregierung als „Spielekiller“ diffamiert:

„Menschenverachtende Killerspiele, bei denen Menschen bei lebendigem Leibe verbrannt werden oder aus purer Mordslust gemeuchelt werden sollen, gehören nicht auf Computer und Spielekonsolen. Es ist mir völlig unverständlich, wie man solche Spiele verteidigen kann“ Georg Schmid, der Vorsitzende der CSU-Fraktion im Bayerischen Landtag

Meines Erachtens spiegeln Computerspiel wie auch andere Medien lediglich die Brutalität und Gewalt der Wirklichkeit wieder. Somit ist das Problem nicht im Medium zu suchen sondern in der Realität und da könnte die CSU einiges unternehmen, um diese friedlicher zu gestalten.

Ob Georg Schmid von der so Christlich Sozialen Union schon mal über ein Verbot der Bibel nachgedacht hat? Gerade das alte Testament ist an einigen Stellen durchaus Brutal, außerdem darf man nicht die blühende Phantasie Jugendlicher unterschätzen, die durch solche Schilderungen animiert werden könnten.

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3 Kommentare

  1. Keksimperium:

    Ach ja, über das Thema könnte ich mich Stundenlang auslassen… :(

    Ich wage ja zu bezweifeln das die Aktion ausserhalb der Gamer Szene Bemerkung findet.
    Wobei die “junge” Wählerschaft (bin ja mittlerweile auch schon 30) evtl. das Zünglein an der Waage einer schwächelnden CSU sein könnte. Ich lass mich da überraschen. ;)

  2. Four Dragons » Blog Archiv » Ich wähle keine Spielekiller …:

    [...] in dem sehr ausführlichen Artikel des Presseschauer berichtet, liegen auch aus meiner Sicht die Ursachen für die Verrohung der Jungend, die wachsende [...]

  3. Four Dragons » Blog Archiv » Das Leben ist ein Killerspiel:

    [...] durch meinen Freund und Kollegen “Der Presseschauer” und seinen Artikel zur wahlpolitischen Stammtischdiskussion der CSU zu geplanten Verboten [...]

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