Stoppt die Vorratsdatenspeicherung! Jetzt klicken &handeln! Willst du auch an der Aktion teilnehmen? Hier findest du alle relevanten Infos
und Materialien:

der presseschauer

und wieder prasselt alles auf mich ein

Wie real ist die Virtualität

Die Woche hatte ich mit einem Arbeitskollegen eine Diskussion über Virtuelle Welten. Er ist etwa 15 Jahre älter als ich und ist ebenfalls recht technikaffin. Das Gespräch führte uns zu Schach, MMORPG, Magic the Gathering, Autofahren und Segelfliegen. Ja Segelfliegen, das mag im ersten Augenblick etwa komisch klingen, ist aber letztendlich genauso Teil einer Virtualtät.

Die Möglichkeiten Schach im virtuellen Raum zu spielen, basiert auf der Idee Schach mit jemanden über eine physikalische Distanz zu spielen. Früher brauchte es dafür etwas Zeit, eine grosse Anzahl von Briefen und bei jedem Spieler ein Schachbrett, um die aktuelle Spielsituation nachvollziehen zu können.

Mein Vater erzähte mir einmal eine Geschichte aus seiner Internatszeit. Dort gab es tatsächlich ein Paar Mitschüler, die in der Lage waren im Kopf miteinander Schach zu spielen. Sie sagten sich gegenseitigt ihre Züge, die auch von Außenstehenden mit Hilfe eines Schachbretts nachvollzogen werden konnten, auch wenn die beiden Spieler dieses selbst nicht benötigten.

Wie virtuell ist eine solche Art Schach zu spielen?

Heute kann man sich ein Schachbrett vorstellen das selbstständig die getätigten Züge über das Internet auf das entfernte Brett überträgt. Dadurch reduziert sich die Distanz und eine Projektion des anderen Spieler schafft noch eine zusätzliche Nähe.

Das P&P RPG Schwarzes Auge war eine große Leidenschaft meiner Jugend. Wenn ich nun diese Erfahrungen mit dem Wissen über Spiele, wie World of Warcraft vergleiche, erscheint mir dies als ein Rückschritt, bezogen auf die Herausforderung sich im Geiste die Situationen vorzustellen. World of Warcraft und andere Spiel dieser Art haben allerdings den Vorteil, daß man einfacher mal ein paar Stunden spielen kann und obendrein mit Leuten in Kontakt kommt, mit denen man im wirklichen Leben vielleicht nie in Kontakt gekommen wäre.

Bei Magic the Gathering gab es für mich eine positive und eine negative Entwicklung. Positiv empfand ich die Möglichkeit, wie auch bei MMORPG, mit anderen Leuten, über alle Grenzen und kulturrellen Bestimmungen hinweg, zum Spielen zusammen zu finden, auch wenn ich dabei das Offlinespielen bevorzuge. Als nachteilig und langweilig stellt sich für mich die Copy & Paste Mentalität vieler Spieler heraus. Durch viel und gut dokumentierte Tuniere gibt es Ranglisten mit Strategien, wodurch die Innovationsfreude der Spieler unter dem Leistungsdruck der Ranglisten leidet und man probiert die Ideen anderer zu kopieren, selbst wenn sich dann beim Spielen herausstellt, daß die Idee nicht verstanden wurde. Zwar versucht Wizards of the Coast Monokulturen vorzubeugen, dennoch erscheit mir, in dieser Hinsicht, das Spielen in einer Präinternetära interessanter.

Beim Autofahren kann man zunehmend von einer augmented reality sprechen, da diese ganzen Nettigkeiten, wie Abstandsmesser, HUDs, Verkehrsleitsystem etc. unsere Wahrnehmung um zusätzliche Ebenen erweitern und langsam aber sicher zum Standard gehören.

Ja, auch vor dem Segelfliegen machen modere Entwicklungen nicht halt. Man bedient sich auf der einen Seite immer präzieser werdender Wettervorhersagen und künstlicher Horizonte in den Amaturen, also auch hier eine Form der augmented reality, und auf der anderen Seite steben die Segelflieger auch kompetitive Herausvorderungen an. Heutzutage laden die Piloten die Daten ihrer Logger am Abend hoch und vergleichen die Länge ihre Routen. Mein Kollege, ein leidenschaftlicher Segelflieger, hat hier eine ähnliche Tendenz wie bei den Monokulturen von Magic the Gathering ausgemacht. In der Segelfliegerei gibt es dann sogenannte JoJos, das sind Flüge, die hin und her über termisch günstiges Gebiet gehen. Da bekommt man zwar eine sehr gute Wertung am Ende des Tages, doch leidet darunter der Spaß am eigentlichen Hobby, das stark mit einem Freiheitsgefühl verbunden ist und das durch so etwas eingeschränkt wird.

Man kann heute auch, z.B. bei schlechtem Wetter, den Wettkampf der Segelflieger einfach in eine Simulation verlagern und interessanterweise sind die wirklich guten Piloten auch beim Fliegen in Simulatoren besser als die anderen. Dies kann durchaus für die Qualität der Simulationen sprechen.

Schlußendlich erscheint uns die Grenze zwischen Realität und Virtuatität zunehmend zu verschimmen oder gar zu verschwinden.

Realität, ja jeder sollte eine haben.

divide et impera:
  • Digg
  • del.icio.us
  • Facebook
  • MisterWong
  • Slashdot
  • StumbleUpon
  • Wikio
  • Yigg
  • Technorati
  • TwitThis
  • LinkArena

Kein ähnlicher Blogeintrag:

1 Kommentar

  1. Warcraft-Welt » Blog Archive » Kleiner Hinweis - Zweite Erweiterung für World of Warcraft…:

    [...] irgendeinen Wert auf irgendwelche Levels usw. legt . Du darfst dir jetzt gerne denken, dass ich gesagt habe “Ein typischer 70er halt”, ich werde dich wohl kaum davon abhalten koennen [...]

Kommentar hinterlassen

*wird nicht angezeigt

XHTML erlaubte Tags: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>

der presseschauer läuft unter Wordpress 2.8.4
Adaption and Design: der presseschauer