Medienführerschein – Politiker als Betatester?

Der Bayerische Medienminister Siegfred Schneider hält Medienkompetenz für wichtig im Umgang mit den neuen Medien und Computerspielen. Ein vorgeschlagener Medienführerschein soll die Medienkompetenz von Kinder und Jugendlichen belegbar machen, gleichzeitig soll die Medienkompetenz der Eltern und Lehrer gefördert werden. Parteiübergreifen stößt diese Forderung auf Zustimmung.

Und was ist jetzt mit der Medienkompetenz unserer Politiker?

Erinnern wir uns an die Kinder Reporter der ARD, nicht mehr ganz frisch aber einfach brillant.

Ausgerechnet von denen, die für künftige Generationen jetzt die Rahmenbedingungen im Umgang mit dem Internet und Computerspielen schaffen, wissen wir nicht wie es um die Kompetenz bei der Nutzung der neuen Medien bestellt ist. Äußerungen und Handlungen dazu lassen immer wieder vermuten die politischen Entscheidungsträger würden das Internet ausdrucken, damit Sie etwas in Händen halten mit dem sie vertraut sind.

Ach, das war gar nicht die Ankündigung des Amoklaufs auf diesem Imageboard?

Gleichzeitig findet eine Dämonisierung des Internets und der Computerspiele statt, bei der man sich wohl erhofft bei der großen Mehrheit älterer Mitbürger, die mit den neuen Medien nicht so vertraut sind, mit einem Klima der Angst auf Stimmenfang gehen zu können.

„Killerspiele widersprechen dem Wertekonsens unserer auf einem friedlichen Miteinander beruhenden Gesellschaft und gehören geächtet. In ihren schädlichen Auswirkungen stehen sie auf einer Stufe mit Drogen und Kinderpornografie, deren Verbot zu recht niemand infrage stellt“ Joachim Herrmann, CSU

In den letzten Tagen hatte ich versucht über Twitter einige Fragen, die man an Abgeordnete stellen könnte, zusammen zu tragen. Daraus ist ein erster Wurf geworden, denn ich bis zum 19.04 gerne vervollständigen und verfeinern möchte. Idee und Kritik sind gern gesehen sowohl per Mail, Kommentare oder über Twitter.

Fragen zum Medienführerschein (PDF)

Im Anschluss stelle ich mir vor, dass jeder bei seinem Abgeordneten persönlich vorstellig wird und ihn die Fragen beantworten lässt. Soweit ich weis, haben Abgeordnete für Angehörige ihres Wahlkreises extra Sprechstunden, bei denen sie sich den Anliegen ihrer Bürger besonders annehmen.

Auf abgeordnetenwatch.de braucht man lediglich seine Postleitzahl eingeben, um seinen Abgeordneten zu finden.

Könnten Politiker nicht ihre eigenen Ideen betatesten?


Hot New Video Game Consists Solely Of Shooting People Point-Blank In The Face

4 responses so far

  • Jack sagt:

    Der Medienführerschein ist ganz gut gelungen, aber einige der technischen Fragen halte ich für nicht unbedingt erforderlich. Konkret meine ich damit die Frage nach der API und was technisch beim Videoeinbinden passiert.

    Was Social Media Monitoring und was die Redewendung „Es steht geschrieben“ bedeuten, hätte ich selber allerdings auch nicht beantworten können. Schande.

  • Rapha sagt:

    Ich würde noch fragen:
    – Was versteht man unter einem Wiki; was für grundlegende Konzepte stecken hinter einem Wiki?
    – Wie kann/sollte das Internet von Politikern genutzt werden um die Meinung des Volkes zu vernehmen?
    – Was ist eine Mailingliste?
    – Was kann tun um Spam zu vermeiden?
    – Welches sind die 3 wichtigsten Prinzipien des WWW?

    Ein paar der bisherigen Fragen finde ich nicht so wichtig: Social Media Monitoring, Cloud Computing, Social Web und Social Media, Imageboard

    Aber grundsätzlich eine super Idee!

  • […] – wie fit sind die Politiker? Der Presseschauer hinterfragt. (Kommentar schreiben) « Zensur | […]

  • Pottblog sagt:

    Pot(t)pourri (85)…

    Potpourri, frz.: Allerlei, kunterbunte Mischung
    Pot(t)pourri, dt.: Kurze vermischte Beiträge im Pottblog
    ***
    Seit kurzem gibt es das Blog Rot steht uns gut, welches den Mißstand, dass es neben liberalen, grünen, linken, rechtskonservativ…

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