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Jul 09 2009 Published by under medienkritik, meine realität

Über das, was @SaschaLobo, @robgreen, @schnutinger und @kosmar für ein Telekommunikationsunternehmen machen, kann man sich vortrefflich streiten. Vom Ausverkauf der Blogsphäre ist mancher Ort zu lesen. Für das bisschen Werbung? Wohl kaum! Wenn jemand seine Popularität monetarisiert, halte ich das für völlig legitim. Einzig die Tatsache, dass Sascha Lobo gemeinhin als Applejünger wahrgenommen wird, lässt Fragen über die Authentizität der Aktion aufkommen. Damit meine ich weite Teile des Twitterversum und der Blogosphäre und nicht das ältere Mütterchen, die sich über den roten Besen wundert. Der Ausverkauf der Blogosphäre ist mit Schleichwerbung und Unterwanderung durch taktlose PR längst in vollem Gange.

Wie bei off the record schon angesprochen wurde, gibt sich die Kampagne kundenah und das Telekommunikationsunternehmen muss noch unter Beweis stellen, dass es den suggerierten Ansprüchen gerecht wird. Was hilft sonst eine Millionen schwere Kampagne über alle möglichen Kanäle, wenn das Produkt oder die Dienstleistung nicht adäquat sind. Probleme mit dem Produkt oder der Dienstleistung werden weiterhin und eher verstärkt von Kunden im Internet kommuniziert werden. Und warum ich Kundensupport für eine wichtige Form der PR halte, hatte ich schon mal geschrieben.

Irgendwann hatte ich mal gehört, gute Produkte würden keine Werbung brauchen. Oder zu mindest nicht in der Form wie sie heute noch von Werbeagenturen für Unternehmen konzipiert werden.

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Werbegurus ersinnen auf ausufernden Parties mit der Unterstützung von wenig bekleideten jungen Frauen und viel Koks, Kampagne für Kunden deren Produkte sie nie im Leben kaufen würden. Für die Illusion sich in die Lage der Kunden versetzt zu haben und die exakt auf die illusionierte Zielgruppe „zu geschnittene“ Kampagne, verlangen sie Utopische Summen, um weiterhin bei ihrem Dealer Großabnehmerpreis aufrecht erhalten zu können.

Unter mauert werden diese Ideen durch bei Marktforschungsinstituten in Auftrag gegebene Studien, bei denen schon vorweg klar kommuniziert wird wie das Ergebnis aus zusehen hat.

Wenn was schief geht lag es sicher nicht andere Werbeagentur, sondern an der Unfähigkeit der Kunden die Genialität der Kampagne zu erkennen und durch den Kauf des Produktes entsprechend zu würdigen.

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Aber was wäre, wenn mit einem Mal die Kunden selber anfangen Werbung für Produkte zu machen, die ihnen zusagen und authentisch ihrer persönlichen Öffentlichkeit, die ihnen vertraut, vermitteln warum sie ein bestimmtest Produkt gut heißen und wieder kaufen würden. Werbeagenturen und Marktforschungsinstitute werden dadurch nicht überflüssig. Einerseits brauchen die Kunden mashbares Rohmaterial (am besten unter CC-Lizenzen) und andererseits muss irgend jemand identifizieren, wer nun die Markenevangelisten sind. Mit denen könnte man einen Dialog intensivieren, um die Produkte nach den Vorstellungen der Kunden zu verbessern.

Vielleicht würde dann endlich die Werbung verschwinden, die eh kein Mensch sehen möchte?

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