Thank you for troubling with Deutsche Bahn die Dritte

Jul 30 2009 Published by under der presseschauer fragt nach, meine realität

Sehr geehrte Frau Marchl,

Nun gelten seit gestern die neuen Fahrgastrechte und Ihr Unternehmen schafft es in halb von zwei Tagen mir durch jeweils 60 Minuten und mehr Verspätung, insgesamt 2,75 Stunden meiner Lebenszeit zu stehlen. Für eine Strecke von gerade mal 63 km halte ich eine zusammengerechnete Reisezeit von 4 Stunden und 19 Minuten, mit Verlaub, für unterirdisch. Ebenso musste ich mit entsetzen feststellen, dass sich durch das neue Gesetz für mich keinerlei Verbesserung ergibt, da ich als Besitzer einer BahnCard 100 weiterhin regelrecht diskriminiert werde. Im Übrigen habe ich den Eindruck, je stärker die Kundenbindung durch BahnCard 25/50/100 ist, desto schlechter wird mit ihnen umgegangen.

So steht einem Kunden eine Entschädigung von 25% des Fahrkartenpreises ab 60 Minuten und 50% ab 120 Minuten zu. Da der Fahrkartenpreis sich durch BahnCard um 25%, 50% oder 100% reduziert, erhält ein Kunde ohne BahnCard für die gleiche Verspätung auf der gleichen Strecke im gleichen Zug die höchste Entschädigung. Mir will allein nicht einleuchten – WARUM?

Somit bin ich als Besitzer einer BahnCard100 der Gelackmeierte. Da erhält etwa ein Kunde ohne BahnCard für eine Verspätung von 120 Minuten auf der Strecke München – Berlin eine Entschädigung von 56,5 Euro und ein Kunde mit BahnCard100 läppische 10 Euro. Es scheint gar als wären der Deutschen Bahn Kunden ohne BahnCard100 5 einhalbmal so lieb als welche mit. Derzeit spiele ich gar mit dem Gedanke, besagte Stecke in naher Zukunft nur noch über Göttingen zu fahren, da zwischen Nürnberg und Bamberg mit dem Schlimmsten zu rechnen ist.

Natürlich können Sie sich jetzt auf den Standpunkt stellen, Sie handeln nach den gesetzlichen Vorschriften, die der Gesetzgeber eben erlassen hat. Einerseits hat der Gesetzgeber in letzter Zeit häufiger bewiesen, wie er Gesetze an der Realität vorbei entwickelt und erlässt. Andererseits sollte man sich als Unternehmen fragen wie viel Ignoranz dem Kunden gegenüber nötig ist, um sich vom Gesetzgeber zu einer „kundenfreundlicheren“ Lösung zwingen zu lassen. Aber auch hier scheint der Gesetzgeber selbstverständliche Dinge wie etwa das Autofahren mit Gurt regeln zu müssen.

Und Ihr ca. 50 cm langes Fahrgastrechte-Formular halte ich für eine Zumutung! Sie erschlagen den Kunden mit einem wahrhaft ellenlangen Text und erwarten das Formular ausgefüllt zurück. Besonders interessant fand ich dabei die Regelungen zu Zeitkarten. Demnach handelt es sich bei einem Schönes-Wochenende-Ticket um eine Zeitkarte, die mit sage und schreibe 1,50 Euro Erstattung bedacht wurde. Großartig!

Dennoch habe ich einen Vorschlag zur Güte:

Jeder Fahrgast erhält künftig pro abgeschlossene 10 Minuten Verspätung 3 Euro als Entschädigung unabhängig von der gelösten Fahrkarte.

Ansonsten hoffe ich, dass Sie einen fähigen Mitarbeiter für das Kampagnenmanagement gefunden haben. Aber lassen Sie es sich gesagt sein: Die besten Kampagne helfen nichts, wenn das Produkt nicht passt. Und eben das musste Vodafone erst kürzlich und schmerzlich feststellen.

Gibt es eigentlich eine Möglichkeit an die Verspätungsstatistiken der Bahn heranzukommen, um die durchschnittliche Verspätung des Gesamtsystems zu ermitteln. Oder sollen das Kunden selber organisieren?

Das einzige, was bei der Bahn mit Sicherheit pünktlich kommt, ist die Preiserhöhung!

Bitte beachten Sie, dass dieser Text in meinem Blog www.presseschauer.de veröffentlicht wurde und ich mir vorbehalte Ihre Antwort ebenfalls zu veröffentlichen. Sollten Sie damit nicht einverstanden sein, bitte ich Sie dem ausdrücklich zu widersprechen.

Mit freundlichen Grüßen


Daniel Schultz

by cbmd

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